Es pflegen mehr Leute untereinander Kontakt als je zuvor. Die elektronische Kommunikation macht es möglich. Das Regime der Virtualität hat den Lebensraum erweitert, die Welt ist zum Dorf geworden, aber anders, als man sich das früher dachte. Man kennt viele, und die Qualität einer Persönlichkeit misst sich an der Anzahl ihrer Kontakte. Es gilt der Netzwerkfaktor. Es gilt die Quantität.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 23. 1. 2011
Wissen ist in aller Munde bzw. Augen. Wird gehandelt, bearbeitet oder, neudeutsch ausgedrückt, gemanaged (gemenetscht). Wissen ist Speicherstoff, den man abruft, so wie einige früher Wissen in Büchern suchten und sich vielleicht wunderten, dass auch lange Lektüre alleine nicht ausreicht, um Wissen zu erlangen. Wissen ist für einige Faktisches, für andere die Verbindung von Daten mit Erfahrungen. Manche nennen Verstehen Wissen.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 16. 1. 2011
In der TAZ warnt jemand, man möge die Mordanschläge auf Christen nicht als Verfolgung darstellen, die gäbe es nicht. Andere werben für Verständnis verletzter Moslemseelen aufgrund beleidigender Karikaturen oder der Weigerung einiger Staaten, in ihren Ländern Moscheen mit Minaretten bauen zu lassen. Die Eurokrise werde herbeigeredet, es sei eigentlich alles im Griff und unter Kontrolle. Wenn was schief gehe, stünden Rettungsgelder bereit.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 9. 1. 2011
Der Jahreswechsel wird in allen Kulturen rituell gefeiert. Auch moderne Gesellschaften pflegen ihn archaisch, mythisch. Noch in den kommerziellsten Umtrieben von Silvester- und Neujahrsveranstaltungen stecken uralte Vorstellungen. Als ob. Als ob es ernst zu nehmen wäre. Als ob man sich selber traue und vertraue. Als ob Zeit eine Göttin wäre, eine unheimliche Kraft. Als ob der Kalender magisch vorschriebe.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 2. 1. 2011