Der Schnee

Date 2010-12-26

Liebe Mama, ich sitze hier am Flughafen CDG in Paris fest. Mit tausenden anderen Passagieren. Der Winter ist schuld, der überraschende Schnee. Der Flughafen ist nicht nur nicht ausgerüstet und gewappnet für einen wettersicheren Dienst. Es musste auch eine Halle evakuiert werden wegen Einsturzgefahr des Daches. Aber das Ganze hat etwas Interessantes. Plötzlich komme ich in Gesellschaft, zu der ich sonst keinen Zugang hätte. Es mischen sich die Gruppen und Klassen. Ich höre Dinge, die mir sonst fremd geblieben wären.

Kolumne “Wort zum Sonntag”, 26. 12. 2010 von Haimo L. Handl

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Konsumverzicht?

Date 2010-12-18

Die Weihnachtszeit ist Hochzeit fürs Geschäft, für den Konsum. Kein Tag, an dem nicht Erfolgsmeldungen beruhigen und weiter antreiben: Die Konsumenten konsumieren wieder mehr, es geht aufwärts und vorwärts. Die Österreicher haben Geld und geben es aus.

Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 19. 12. 2010

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Der Angriff

Date 2010-12-12

Wikileaks lieferte die größte Aufdeckungs- und Enthüllungsaktion der Geschichte. Klar, dass die betroffenen Staaten und Regierungen empört und irritiert reagierten. Der Unterschied zwischen den USA und den EU-Staaten zu Russland oder China ist derweil noch der, dass der als Verbrecher, Gangster, Vergewaltiger, Terrorist und Hochverräter Etikettierte nicht sofort in einem Attentat erledigt wurde, noch nicht in die Schusslinie der aufs “gezielte Töten” spezialisierten Scharfschützen geriet.

Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 12. 12. 2010

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Katastrofenpolitik

Date 2010-12-05

Der Titel ist zweideutig und deshalb eindeutig. Katastrofenpolitik meint eine aufgrund von Katastrofen: die Art, wie der Katastrofe begegnet wird. Die andere Bedeutung meint die katastrofale Politik. Die Katastrofenpolitiken, die beides sind, mehren sich. Jüngste Beispiele liefern die Cholera in Haiti und der Waldbrand in Haifa.

Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 5. 12. 2010

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Der Tod des Autors und der Literatur

Date 2010-11-28

Der humane, freundliche Autor mutet dem reifen Leser nicht mehr zu sich zu unterwerfen. Er muss nicht mehr einer Geschichte folgen, muss nicht mehr versuchen, vorgegebene Texte zu verstehen und zu deuten. Ihm wird bloß ein Gerüst offeriert, innerhalb dessen er selbst SEINE eigene Geschichte, nach seinen Bedürfnissen, Kenntnissen und Wünschen entwickeln kann. Nichts ist voll vorgegeben, das meiste ist offen. Die Freiheit und die Würde des Lesers werden geachtet, er wird in kein enges Korsett gezwungen, kein geschlossener Handlungsablauf nimmt gefangen. Es wird auf die Erzählung, die Geschichte, verzichtet, es erfolgt keine Täuschung mehr.

Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 28.11.2010

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