Das “Festival für zeitgenössische Kunst” im Bezirk Liezen bemüht sich redlich um Tourismusförderung und Belebung der Heimat. Die “regionale 10” wartet dabei mit einem Gustostückerl auf: Der chinesische Künstler Ai Weiwei, hierzulande immer gerne als “regimekritisch” etikettiert und mit den obligaten Hinweisen versehen, wo er überall ausstellt und wie berühmt er sei, platziert einen Felsbrocken auf dem Dachstein.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 11.07.2010
Was ist Schicksal? Am gegenwärtigen Schicksalsglauben auch in hoch entwickelten, aufgeklärten Gesellschaften lässt sich die Schwäche der Aufklärung ablesen: die willige Unterwerfung unter Vorbestimmung, Determinierung, göttlichem Willen oder, neutraler ausgedrückt, einer vom Menschen nicht beeinflussbaren Macht, zeichnet viele Menschen aus, die sonst vorgeben, nicht gläubig, schon gar nicht abergläubisch zu sein. Die massenweisen Bekundungen zu und über Schicksale sprechen jedoch eine andere Sprache. Die meisten Horoskopgläubigen finden sich ja auch nicht unvernünftig…
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 18.04.2010
Das Erdbeben in Haiti hat sehr viele Opfer gefordert. Die Reaktionen waren geteilt. Einerseits Entsetzen über das Unglück, die Katastrofe und spontane Hilfe, die in eine organisierte ausgebaut wurde. Andererseits Häme, Verwünschung und Verfluchung, die einen tief barbarischen Zug böser Menschen offenlegten, die als Tugendterroristen von Gottesstrafe schwätzten und giftschäumend noch mehr den Opfern, die sie als Täter sahen, hintennachwünschten.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 21.02.2010
Gegenwärtig beschäftigt wieder ein literarischer Plagiatsfall die Szene. Ein von den Medien und der Kritik auserkorener Shooting Star, die siebzehnjährige Helene Hegemann hat nachweislich seitenweise aus einem Text eines Bloggers, Airen, abgeschrieben und sich erst nachträglich auf fragwürdige Art entschuldigt bzw. die Sache abgetan, sie habe nur den heute geltenden Regeln der remix & copy-and-paste-culture entsprochen. Zudem hätte sie eh, in der zweiten Auflage, den Autor erwähnt etc. Auch sei die Stoffverwendung eine Art in Kommunikation treten mit dem Autor gewesen, sozusagen eine Hommage.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl,
14. 2. 2010
Kürzlich sandte mir jemand ein Video mit Aufnahmen des Auftritts von Strache in der Sendung «Wir sind Kaiser» mit der selbstzufriedenen Bemerkung, dass Strache schön blöd dagestanden habe usw.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 24. 1. 2010