Elternsprache

Date 2010-09-05

Am 28. August wurden wieder die Goethe-Medaillen verliehen, diesmal an die ungarische Philosophin Agnes Heller, den libanesischen Lyriker und Übersetzer Fuad Rifka und an den amerikanischen Exilforscher John Spalek. Die Auszeichnung wird vom Goethe-Institut seit 1955 jährlich vergeben für Verdienste um die deutsche Sprache im Ausland.

Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 05.09.2010

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Literaturgeschwätzigkeit

Date 2010-07-18

In einem Interview in der WELT anlässlich des Bachmann-Preiswettlesens wurde der Poetikdozent Hanns-Josef Ortheil, Leiter des Instituts für Literarisches Schreiben der Universität Hildesheim, gefragt, ob die Bildungskrise auch bei den Literaturinstituten angekommen sei. Seine Antwort ist ein Musterbeispiel für die Verfahrenheit und Ungebildetheit auch derer, die als Bildungsvermittler auftreten oder als gebildet angesehen werden: “Aber ja. Ich schlage inzwischen vor, den jungen Leuten die Schulbildung im Fach Deutsch zu ersparen. Denn was dabei herauskommt, ist den Namen nicht wert. Kaum Lieblings-Texte, kaum brauchbares Schreiben. Das Fach Deutsch ist zu einer Gerätestube für oft haarsträubendes Dauer-Interpretieren von willkürlich herangezogenen Textbrocken geworden. Da gibt es kaum Raum für Kreativität oder die Meinungen und Anregungen von Schülerinnen und Schülern.”
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 18.07.2010

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Kritikaster

Date 2010-03-13

Es gibt immer weniger Kritiker, weil die positive Tradition der Kritik abstirbt, verloren geht. Kritiker sind Beurteiler, Vermittler. Sie kommentieren mit ihrer Kritik ein Werk, erhellen damit, weisen zusammenfassend oder hervorhebend auf Besonderes, ergänzen. Das bedingt Denkarbeit.

Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 14.03.2010

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Ratgeber

Date 2009-09-06

Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 6.9.2009#

Früher, als nur wenige des Schreibens mächtig waren, erledigten professionelle Briefschreiber das Schreibgeschäft für Eingaben oder Petitionen, für Geschäftsakte oder wichtiges Privates. Später, als die Schulbildung in gewissem Masse auch die unteren Schichten lese- und schreibfähig machte, florierte diese Dienstleistung in veränderter Form von Schablonen, Vorlagen und Ratgebern für’s Briefschreiben, die stereotype Standardsätze, ja ganze Absätze, lieferten, an denen sich die Sprachohnmächtigen nicht nur orientierten, sondern sie schier bewusstlos übernahmen.

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Der Fordschritt

Date 2009-05-24

Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl vom 24. Mai 2009

Dass die weltweite Wirtschaftskrise nicht nur eine finanzielle ist, dämmert langsam vielen. Sie ist eine modernisierte Kriegsform für das profitable Kriegsgeschäft, für den Profit. Dieses globalisierte Geschäft verlangt Geschäftstüchtige. Nicht nur Geschäftsmänner und -frauen, Geschäftsleute, sondern bedenkenlose (gedankenlose) Produzenten und Konsumenten. Dieser Notwendigkeit entsprach die Europäische Union vor Jahren mit Unbildungsmassnahmen, die als moderne Bildungsmassnahmen umgesetzt wurden (Bolognaprozess). Dieser Prozess erfolgt jetzt weltweit, seit das Kapital global gesiegt hat und die Wirtschaft unumschränkt herrscht.

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