Auweia

Date 2010-07-11

Das “Festival für zeitgenössische Kunst” im Bezirk Liezen bemüht sich redlich um Tourismusförderung und Belebung der Heimat. Die “regionale 10” wartet dabei mit einem Gustostückerl auf: Der chinesische Künstler Ai Weiwei, hierzulande immer gerne als “regimekritisch” etikettiert und mit den obligaten Hinweisen versehen, wo er überall ausstellt und wie berühmt er sei, platziert einen Felsbrocken auf dem Dachstein.

Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 11.07.2010

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Deutungshoheit

Date 2010-06-27

Kürzlich las ich in einer großen Tageszeitung unter dem reißerischen Titel “Gebt uns unsere Kunst zurück!” über den Vorwurf, der Westen, also Europa und die USA, die wichtigen Sammler, Auktionisten und Galeristen, würden die chinesische Kunst nach ihren eigenen Maßstäben bestimmen, manipulieren. Sie sei damit ins Korsett der geschäftstüchtigen Westler gepresst, woraus sie befreit werden müsse.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl,. 27.06.2010

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Frankfurt am Großen Kanal Beijing-Hangzhou

Date 2009-10-11

Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 11.10.2009

Am 14. Oktober öffnet in Frankfurt am Main die Frankfurter Buchmesse, die weltgrösste, wie es stets stolz heisst, ihre Pforten. Heuer ist China der Ehrengast. Und China bestimmt, wie zu Hause, den Gang der Ereignisse: es zensuriert, verbietet verhassten Autoren die Ausreise oder verweigert im Ausland lebenden Chinesen, die eine Kritik am Mutterland gewagt haben oder wagen, öffentlich dort aufzutreten.

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Weltnationalliteratur

Date 2009-08-02

Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 2. 8. 2009

Spricht man von “Weltliteratur”, müsste man für das bessere Verständnis eigentlich auch klären, welche Welt man meint. Welt ist nicht gleich Welt. Immer noch, trotz der herrschenden Globalisierung, wird sie von Nationen bestimmt, dann auch von Religionen oder auch Ethnien bzw. Rassen. Da hat sich seit dem Zweiten Weltkrieg nicht viel geändert, nur die Mittel der Technik und Kommunikation haben sich modernisiert. Der Geist, so wird uns überall drastisch vor Augen geführt, schickt sich in die “Sachzwänge”, wie man die Gegebenheiten nennt und damit legitimiert, und die Berufungen auf Eigenheiten eigener Kultur, als deren Ausdruck manchmal auch die Künste inklusive der Literatur gehandelt werden, sind eher einem Marktkalkül zuzusprechen, als einem reifen, genuin eigenem Kulturverständnis.

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