Die Plagiatsaffäre des Schummelbarons zu Guttenberg hat schließlich zu dessen Rücktritt als Verteidigungsminister geführt. Viele bedauern das, vor allem die Kanzlerin, und sprechen von überzogenen Intrigen. Aber, es bleibt Fakt: Auch wenn übertrieben intrigant aufgedeckt und angeprangert wurde, die Vorwürfe haben sich als wahr und stichhaltig erwiesen. Das Fokussieren auf die Hintergründe der Aufdecker oder Ankläger soll nur den eigentlichen Kern, um den es geht, übertünchen.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl vom 6. 3. 2011
Nun ist wieder eine schillernde Figur, ein Blender, wie er von vielen genannt wird, ein Publikumsliebling, ein Politstar, in ein schiefes Licht geraten. Eine Kleinigkeit hat bewirkt, was in der Politik unmöglich schien: der Unbesiegbare, wie er vielen erscheint, muss zurückstecken, und wir wissen noch nicht, was folgt. Der deutsche Verteidigungsminister, KTzG, Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg, nennt sich bis zum Abschluss der Untersuchung der Plagiatsaffäre nicht mehr Dr. Seine Dissertation weist viele Zitate auf, die nicht als solche ausgewiesen wurden. Nicht nur Oppositionelle höhnen. Der Spott schlägt ihm auch aus anderen Lagern zu. Andererseits wollen an die 70% der deutschen Wähler nicht, dass er deshalb zurücktritt.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 20. 2. 2011
Kürzlich wurde eine kleine Studie einer Umfrage von 400 Österreicherinnen und Österreichern zu ihrem Leseverhalten vorgestellt. Wenig überraschend waren die Antworten, dass ca. 34% als “Vielleser” gelten, weil sie in einem Jahr 10 oder mehr Bücher lesen, 45% aber zu den Lesemuffeln gehören, die nur ein oder maximal fünf Bücher lesen. Trotzdem gaben 62% an, Lesen täte gut. Wie gut? Wem? Für sie als Schwachleser? Ebenso wird festgehalten, dass die elektronischen Medien bei den Jugendlichen dominieren und die Bücher dagegen einfach nicht ankommen.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 13. 2. 2011
In interessanten Zeiten, die immer unangenehme sind, wird es schwierig, für Kunst und Kultur Zeit und Aufmerksamkeit zu gewinnen, da Dringlichkeiten einen okkupieren oder, wenn man sich ihnen versagt, Schuldgefühle nisten und wachsen, man entziehe sich der Verantwortung.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 6. 2. 2011
Kurz vor dem Insiderwissensprozess gegen OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer hat der Unabhängige Verwaltungssenat seine Berufung gegen eine Strafe der Finanzmarktaufsicht wegen Marktmanipulation abgewiesen, indem der UVS es als erwiesen ansieht, dass die OMV zum Zeitpunkt eines Interviews, das Ruttendorfer am 18.3.2009 gegeben habe, und in welchem er versicherte, dass die OMV ihre Anteile an der MOL heuer [= 2009] behalten werde, bereits von der Absicht wusste zu verkaufen, was auch eine Woche später geschah. Er habe damit “falsche Signale für das Börsepublikum” gegeben. Die OMV will sich berufend an den Verwaltungsgerichtshof wenden.
Kolumne “Wort zum Sonntag” vom 30. 1. 2011 von Haimo L. Handl