Die größte jemals im Ausland gezeigte deutsche Ausstellung “Die Kunst der Aufklärung” im renovierten, umgebauten und erweiterten chinesischen Nationalmuseum, mitten in der City von Beijing, wurde kürzlich mit viel Pomp eröffnet. Nach zehnjähriger Vorbereitung und deutschen Kosten von zehn Millionen Euro soll dort für ein Jahr die Ausstellung gezeigt werden.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 10. 4. 2011
Die Reaktionen der Deutschen auf die Atomkatastrofe in Japan hat viele erstaunt. Berufene Vernünftige schelten die Deutschen Unvernünftige und malen das Zerrbild der fälschlich sich zu Tode Geängstigten, der Furchtsamen, machen sich lustig über deutsche Bedenken. Einer, der immer für Zivilcourage und Empathie eintritt, macht sich blöde lustig über diese Deutschen, die sich über eine so weit entfernte Katastrofe aufregen, als ob sie bei ihnen selbst sich ereignet hätte.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 3. 4. 2011
Kürzlich fand ich in einem Youtube-Video eines Puppenspielers, der zum Text und zur Musik von Georg Kreislers “Schlag sie tot” spielte, folgenden Warnhinweis: “Mit Erschrecken und Erheiterung musste ich feststellen, dass dieses Video, das Sie gerade sehen, auf einschlägig-rechtsradikalen Channels als Favorit gepostet wird. Erschreckend, weil solche Channels hier geduldet werden, erheiternd, weil dieses Video, bei dem es sich um bitterböse Satire handelt, ernst genommen wird, somit diese Channels karikiert.”
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 27. 3. 2011
Die durch das Erdbeben in Japan ausgelöste Nuklearkatastrofe zeigt nicht nur die eingeübte Täuschung auf, Atomenergie sei sicher und “friedlich”, sondern auch die schiere Unmöglichkeit, mit der hausgemachten, konstruierten und programmierten Katastrofe adäquat umzugehen. Ganz gleich, wie man reagiert, es scheint immer falsch: zu verzweifelt, zu gefühlsduselig, zu moralisch, zu nüchtern, zu politisch oder ökonomisch räsonierend, zu borniert und dumm, zu abstrakt und selbstvergessen, zu wütend und zornig, zu leise.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl vom 20. 3. 2011
Kürzlich las ich die Klage eines Musikredakteurs, dass es heute immer schwieriger werde, aufgrund der Stimme auf die Ethnie des Interpreten zu schließen. Schwarze klingen nicht mehr wie Schwarze, das heißt, ihr Stimmbild weist nicht mehr die Gruppencharakteristika auf, die wir kennen, die wir relativ sicher zuschreiben können. Das wiederum kann nur bedeuten, dass der individuelle Stimmausdruck den kollektiven überwiegt.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 13. 3. 2011