Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 09.12.2007
Worte und Unworte, seit vielen Jahren ausgewählt und publiziert, spiegeln den Geist und Ungeist wider; sie sind aber auch Sprachmittel für das Mentale. Sprache ist lebendig. Sie bildet nicht nur ab, sondern richtet auch zu. Viele «Worte des Jahres» klingen wie «Unworte» – es braucht schon eine Expertise, um die Unworte als solche auszuweisen.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 15.07.2007
In einer globalisierten Welt muss man polyglott sein, um erfolgreich kommunizieren zu können. Es wird vom intensivierten Konkurrenzkampf gesprochen, vom Politikum der Sprachen und ihrer Stellung in der Welt der Wirtschaft und Politik. Und dann auch der Kultur. Würden gegenwärtige, den Erfolgreichen vernünftig erscheinende Marktkriterien auf die Kultur übertragen, müsste die eigene Sprache, so sie nicht eine wirkliche Weltsprache ist, aufgegeben und die herrschende Erfolgssprache übernommen werden. Die Selbstaufgabe wäre vernünftig, weil sie die Welt öffnete und leichtere Verständigung und Geschäfte ermöglichte.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 11.11.2007
Viele behaupten, die Schulreform sei keine Reform, sondern fauler Kompromiss und Flickwerk. Es scheint nicht nur so, es ist so. Aber es ist zugleich schlimmer. Auch wenn die kleine Reform eine Reform wäre und kein wiederaufgelegter Kompromiss, bliebe die eigentliche Bildungsfrage unangetastet. Das Fänomen der Halb- und Unbildung wird nicht reflektiert, analysiert oder gar intendiert verändert. Es verändert sich als Prozessresultat. Allerdings negativ.