Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 11.10.2009
Am 14. Oktober öffnet in Frankfurt am Main die Frankfurter Buchmesse, die weltgrösste, wie es stets stolz heisst, ihre Pforten. Heuer ist China der Ehrengast. Und China bestimmt, wie zu Hause, den Gang der Ereignisse: es zensuriert, verbietet verhassten Autoren die Ausreise oder verweigert im Ausland lebenden Chinesen, die eine Kritik am Mutterland gewagt haben oder wagen, öffentlich dort aufzutreten.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 4. 10. 2009
Zu Beginn eines jeden Schuljahres ereignen sich für viele Dramen. Manche schaffen die Wiederholungsprüfungen nicht und müssen die Klasse wiederholen. Ökonomen rechnen vor, wie viele MIllionen an Mehrkosten dies verursacht. Nicht zuletzt aus finanziellen Gründen sucht man verzweifelt nach Mitteln, die Zahl der Wiederholer drastisch zu senken.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl vom 27.09.2009
Letzthin fiel mir eine Häufung eigenartiger bzw. befremdlicher Überschriften in einem Fachpressedienst auf. Es ist das Durchscheinen der negativen Ideologie, das stört und aufmerken lässt. Ohne Wertreihung hier eine Auswahl solcher Titel, die programmatisch sein könnten:
•Privatsphäre kann Innovationsrisiko sein
•Ladenschluss gefährdet Sicherheit an Bahnhöfen
•Forscher warnen: iPod-Playlists schüren Vorurteile
•User-Inhalte fressen Arbeitszeit von Journalisten
•Trauer kann zu Herzerkrankungen führen
•Gehirn speichert auch Vergessenes
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 20.09.2009
Nach der einstimmigen Resolution 55/282 der UN-Generalversammlung vom 7. September 2001 soll der 21. September weltweit als Weltfriedenstag begangen werden. Das Thema ist so unbekannt und unbeliebt, dass die Resolution bis jetzt kaum Beachtung findet. Im Gegenteil: die Kriege werden immer besser organisiert und sind zum “normalen” politischen Mittel für Regierungen, Aufständische und Terroristen geworden, die alle plausible Gründe anführen könnten, würden sie darum gebeten. Viele Regierungen offerieren ihre Begründungen für die Notwendigkeit der Kriege ungefragt, ungebeten. Sie beanspruchen frech ihre Deutungshoheit und werden von willfährigen Expertenbütteln und opportunistischen Politikern einerseits, hassenden, rachsüchtigen, sadistischen Unmenschen andererseits unterstützt.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 13.09.2009
Das Verschwinden der Wirklichkeit war in den Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts ein modisches Thema, geprägt vom post-postmodernen Denken bzw. der geschwätzigen Sprache, dessen es sich bediente. Es war die Zeit der Einübung der Relativitäten und Unverbindlichkeiten. Die Welten verschwanden zwar nicht, und nicht ihre Wirklichkeiten, wie man mediengerecht beschwor, es wurden “nur” die Verantwortungen getilgt.