Bei einem Bildungsgespräch zitierte ich George Steiners Ansicht, dass der heutigen Jugend jene Werte und Visionen fehlen, deretwegen jemand Wagnisse eingeht, Ideologien verfolgt, sich dafür ein- und aussetzt, verausgabt und daraus wichtige Erfahrungen sammelt.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 7.02.2010
Ein Vormund ist jemand mit Erziehungsgewalt über sein Mündel bzw. mit Handlungsvollmacht, weil das Mündel, der Bevormundete, (rechtlich) nicht geschäftsfähig ist. Keine freie Person hat einen Vormund. Nur Entmündigte genießten als Mündel den Schutz und die Hilfe des Vormunds. Kinder sind noch keine freien Personen.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 31.01.2010
Kürzlich sandte mir jemand ein Video mit Aufnahmen des Auftritts von Strache in der Sendung «Wir sind Kaiser» mit der selbstzufriedenen Bemerkung, dass Strache schön blöd dagestanden habe usw.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 24. 1. 2010
Die verheerenden Auswirkungen der rumänischen Securitate auf die Schriftsteller, ihre Arbeit und die ganze Literaturszene, wird zögerlich, aber doch mehr und mehr deutlich. Das Unwesen der Zensur in China, nicht zuletzt anlässlich seiner Teilnahme an der jüngsten Frankfurter Buchmesse, ist offensichtlich; die Problematik der Autoren, “frei’” Bücher publizieren zu dürfen oder zu können, wird breit debattiert. Immer gehen wir hierzulande, im Westen, davon aus, dass bei uns Freiheit herrsche und jedefrau und jedermann Bücher veröffentlichen könne. Es herrsche keine Zensur.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 17. 1. 2010
Gegenwärtig ist das Nacktscannen in vieler Munde. Pardon, in vielen Augen. Es erhitzt Gemüter. Zu recht. Seien wir dankbar, dass sich noch eine kleine Schamgrenze zeigt, ein kleiner Widerstand gegen die völlige Vereinnahmung des Menschen, seines Körpers, im Wegfall der Distanz, ohne die weder Scham, noch Würde ist. Es handelt sich nicht um Prüderie, sondern um die frechste Anmassung des modernen totalen Staates, den Menschen wieder so zu verdinglichen, dass er als blosses Objekt, als berechenbares, kontrolliertes Ding, als die Nummer, die man ihm nicht mehr tätowieren muss, jederzeit bei Bedarf bloss, bar, nackt, offen, verletzlich, sichtbar wird und dies auch weiss.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 10. 1. 2010