Der Titel ist zweideutig und deshalb eindeutig. Katastrofenpolitik meint eine aufgrund von Katastrofen: die Art, wie der Katastrofe begegnet wird. Die andere Bedeutung meint die katastrofale Politik. Die Katastrofenpolitiken, die beides sind, mehren sich. Jüngste Beispiele liefern die Cholera in Haiti und der Waldbrand in Haifa.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 5. 12. 2010
Kürzlich war in der PRESSE von einem Skandal im ORF zu lesen. Nicht vom üblichen, an den sich alle gewöhnt zu haben scheinen, und der Ausdruck unserer Kultur und Machtverhältnisse ist. Nein, ein fauxpas, ein “grenzwertiger Gag”, regte die Israelische Kultusgemeinde und die ÖBB auf, so dass die im Redaktionellen auf Korrektheit bedachte ORF-Führung sofort einschritt und sauberen Tisch machte.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 21. 11. 2010
In einem Welt-Interview (09.11.10) äußert sich Uwe Boll, Filmemacher, über seinen Film „Auschwitz“, der ganz brutal, nah und höchst „realitätsgerecht“ die Gewalt und das Töten, den Tod, abbildet und all dies als Beitrag zur allgemeinen deutschen Verantwortung sieht.
Kolumne „Wort zum Sonntag“ von Haimo L. Handl, 14.11.2010
Grundsätze stehen offiziell hoch im Kurs. Auch wenn sie unvernünftig geworden sind. Wir haben beschlossen, dort zu bauen. Dieser rechtsgültige Beschluss wird umgesetzt und durchgeführt. Rechtsstaat. Was, wenn man jetzt erkennt, dass der Baugrund seismisch unsicher ist oder toxisch kontaminiert? Recht vor Einsicht und Vernunft!
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 31.10.2010
Unsere wesentlichen Rechtsbegriffe verlieren an Eindeutigkeit und Verbindlichkeit. Eine falsche Relativierung im Zuge einer falschen Toleranzübung unterminiert eigene Rechtsprinzipien. Die Schwächungen der über die Aufklärung mühsam errungenen Bürgerrechte geht nicht nur von den Staaten aus, sondern auch, am Gegenpol, von Bürgerinnen und Bürgern in den Staaten.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 17.10.2010