Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 2. 8. 2009
Spricht man von “Weltliteratur”, müsste man für das bessere Verständnis eigentlich auch klären, welche Welt man meint. Welt ist nicht gleich Welt. Immer noch, trotz der herrschenden Globalisierung, wird sie von Nationen bestimmt, dann auch von Religionen oder auch Ethnien bzw. Rassen. Da hat sich seit dem Zweiten Weltkrieg nicht viel geändert, nur die Mittel der Technik und Kommunikation haben sich modernisiert. Der Geist, so wird uns überall drastisch vor Augen geführt, schickt sich in die “Sachzwänge”, wie man die Gegebenheiten nennt und damit legitimiert, und die Berufungen auf Eigenheiten eigener Kultur, als deren Ausdruck manchmal auch die Künste inklusive der Literatur gehandelt werden, sind eher einem Marktkalkül zuzusprechen, als einem reifen, genuin eigenem Kulturverständnis.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 26. 7. 2009
Es sind nicht primär die Namen, welche die Kommissare und ihre Kommissionen der EU den Beiklang einer EUdSSR geben, es ist der ZK-Geist, der eine überfällige Demokratisierung der Union verhindert, die Bürger mit einem Scheinparlament abspeist und in ungeahnter, zynischer Bürokratie die Nationalinteressen entsprechend den Machtgefügen einbringt und verwaltet.
Kolumne “Wort zum Sonntag”, 20. 7. 2009, von Haimo L. Handl
Der Ausspruch des epileptischen und als geistesschwach bezeichneten österreichischen Kaiser Ferdinand (1793-1875), der im Revolutionsjahr 1848, das die restaurative Epoche des Biedermeier, begonnen mit dem Wiener Kongress 1814), abschloss, zugunsten Franz Joseph 1. die Regierungsgeschäft übergab, ist zum Kernspruch einer abwehrenden, ängstlichen, unterdrückenden Zeit und ihrer Regime geworden.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, kultur-online.net 12.07.2009
Knut Hamsuns 150. Geburtstag wird in Norwegen gross gefeiert. Das löst scharfe Kritik und Verurteilung seitens vieler Juden, vor allem aus Israel und den USA sowie korrekten Amerikanern aus. Hamsun, der 1920 den Literaturnobelpreis erhielt und zu den grössten Schriftstellern überhaupt zählt, war zum Nazisympathisanten geworden. Er wurde nach dem Krieg vor Gericht gestellt, jedoch “zahm” bestraft, weil man ihn als geistig-seelisch geschwächt erklärte. Er verlor sein Vermögen und verstarb hochbetagt verarmt.
Kolumne “Wort zum Sonntag”, 5. 7. 2009, von Haimo L. Handl
Manchen fällt es nie auf, aber etliche merken es doch, wie es um die spiessige, kleinbürgerliche Verhaltensweise bestellt ist, die so stolz auf den wenigen, kostbaren Besitz ist, dass sie ihn wegsperrt oder nur ganz selten, einmal im Jahr zu einem Feste, verwendet und dadurch dem Besitz stolzen Ausdruck verleiht. Man kennt das teure Silberbesteck, das nur als Lagerware, gut versorgt, behalten wird, weil es für den Gebrauch “zu schade” wäre.