Gegenwärtig wird etwas über die sogenannte Grundsicherung diskutiert bzw. gestritten. Die Argumente der konservativen Seite sind recht eigentümlich. Fast typisch, das heißt, nicht neu, nach altbewährtem Muster. Neues zu visionieren, gar zu wagen, wird kategorisch abgelehnt. Möglich seien nur Kompromisse. Und die richten sich nach alten Werten, wie sie auch der Finanzminister sieht: Er und seinesgleichen bemühen einmal mehr die peinliche Warnung vor Sozialschmarotzertum, Missbrauch usw.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 30.05.2010
Mitschnitt der Lesung im IKU, Kunsthaus Graz, vom 16. Mai 2010, veranstaltet von Franz Hofer, aufgezeichnet und ausgestrahlt vom Grazer Stadtradio Helsinki
Mit Wolfgang Straßnig, Judendorf, Franz Blaha, Wien, Ruud van Weerdenburg, Graz, Johannes Wally, Graz und Haimo L. Handl, Drösing; Musik von Daniel Berger.
Das MAK, das gerne Vorreiter sein möchte, versucht’s diesmal mit einer einzigartigen Show nordkoreanischer Kunst. Da muss das Attribut “Staats-” gar nicht angeführt werden, denn in dieser totalitären Diktatur gibt es nur Staatskunst, sozialistischen Realismus als Realismus. Das heißt, als Fiktion, als propagandistische Persuasion und Beteuerung, Beweihräucherung. Ein Hofstaat, wie er sonst in so reinen Formen nirgendwo mehr existiert, aber seine Nachbarschaften und Verwandtschaften hat, weltweit, zumal das Totalitäre oder die Führerausrichtung, auch wenn’s ein Kaiser als Vaterersatz war, nur eine kurze Vergangenheit hat und seine Auswirkungen auch in Kulturen und Gesellschaften der “modernen” Welt zu spüren, zu erleiden sind.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 23.05.2010