Gegenwärtig wird etwas über die sogenannte Grundsicherung diskutiert bzw. gestritten. Die Argumente der konservativen Seite sind recht eigentümlich. Fast typisch, das heißt, nicht neu, nach altbewährtem Muster. Neues zu visionieren, gar zu wagen, wird kategorisch abgelehnt. Möglich seien nur Kompromisse. Und die richten sich nach alten Werten, wie sie auch der Finanzminister sieht: Er und seinesgleichen bemühen einmal mehr die peinliche Warnung vor Sozialschmarotzertum, Missbrauch usw.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 30.05.2010
Das MAK, das gerne Vorreiter sein möchte, versucht’s diesmal mit einer einzigartigen Show nordkoreanischer Kunst. Da muss das Attribut “Staats-” gar nicht angeführt werden, denn in dieser totalitären Diktatur gibt es nur Staatskunst, sozialistischen Realismus als Realismus. Das heißt, als Fiktion, als propagandistische Persuasion und Beteuerung, Beweihräucherung. Ein Hofstaat, wie er sonst in so reinen Formen nirgendwo mehr existiert, aber seine Nachbarschaften und Verwandtschaften hat, weltweit, zumal das Totalitäre oder die Führerausrichtung, auch wenn’s ein Kaiser als Vaterersatz war, nur eine kurze Vergangenheit hat und seine Auswirkungen auch in Kulturen und Gesellschaften der “modernen” Welt zu spüren, zu erleiden sind.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 23.05.2010
Bis vor kurzem sagte man stolz: “Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s allen gut.” Seit den Raubzügen und staatlichen Umverteilungshilfen zugunsten der Reichen und Superreichen hat der Slogan etwas von seinem Charme eingebüßt. Im Kulturbereich gilt scheinbar eine entgegengesetzte Logik: Geht’s allen schlecht, geht’s der Kunst besonders gut. Einer gewissen zumindest. Kunst ist nicht l’art pour l’art, sondern Mittel und Zweck für Kunstfremdes: für Tourismus (früher “Fremdenverkehr” genannt!), für Städtebau, für Politimage und Prestige, für Politik und Weltoffenheit. Neuerdings auch als Ausweis für Sozialengagement und Multikulturalismus.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 16.05.2010
Kürzlich las ich einen Aufruf einer besorgten Gutmenschlerin, man möge doch der Barbara Karlich verbieten, in ihrer ORF-Talkshow Menschen zu missbrauchen, denn darum handele es sich, wenn sie peinlich einfache Menschen so vorführe. Etliche Personen unterstützten diese Argumentation, waren nicht nur entrüstet über die Karlich, sondern auch dafür, dass man das verbiete.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 9. 5. 2010
Verantwortliches Management kennt für seine Projekte immer Pläne für den “Fall der Fälle”, das sogenannte “worst case scenario”. Auch wenn es noch so unwahrscheinlich klingt, man muss wissen, was wie zu geschehen hat, wenn: Wenn dies oder jenes geschieht bzw. NICHT geschieht, was weder vorhergesehen noch erwartet ist. Generell müssen schlimmste Einbrüche oder Unfälle bedacht und durchgerechnet werden, um zu sehen, was dann wie geschehen kann, um davon Sollmaßnahmen abzuleiten. Das gilt Verkehrseinrichtungen ebenso wie Gebäude, für Kraftwerksanlagen, Staudämme, Bergwerke usw. Es gilt auch politisch für soziale Unruhen oder gar Krieg.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 02.05.2010