Prioritäten

Date 2011-02-05

In interessanten Zeiten, die immer unangenehme sind, wird es schwierig, für Kunst und Kultur Zeit und Aufmerksamkeit zu gewinnen, da Dringlichkeiten einen okkupieren oder, wenn man sich ihnen versagt, Schuldgefühle nisten und wachsen, man entziehe sich der Verantwortung.

Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 6. 2. 2011

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Schullesen

Date 2010-11-07

Unsere Lesekultur liegt im Argen. Auch an höheren Schulen lesen viele nicht gerne. Die Klassikerpflege wird vielerorts als überflüssig, störend, belastend, unnütz angesehen. Sie lohne nicht, sie bringe nichts. Sie interessiert nicht. Es gibt im österreichischen Lehrplan keinen verpflichtenden Literaturkanon, sondern nur Empfehlungen. Lehrer sollen innerhalb eines Rahmens gestalten, wovon sie meinen, dass es Jugendliche interessiere.

Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 7. 11. 2010

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Als-ob-Schreibstile

Date 2010-08-01

Technologien beeinflussen den Sprachgebrauch. Als Telefonieren teuer war, übte man sich in lauter, hastiger Kurzsprech, als das Telegramm schriftlich Distanzen überwand, bemühte man Kürzel und Symbole in einem eigentümlichen Telegrammstil. Als das Telefonieren billig wurde, schwelgten viele in Belanglosigkeiten, und als das Internet endlich den Schrift-, Bild- und Tonaustausch weltweit ermöglichte, sogar in Echtzeit, instant, bildete und bildet sich eine entsprechende Kommunikationsweise und -kultur.

Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 01.08.2010

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Populärhochkultur

Date 2010-06-13

Vergleicht man die Sportbegeisterung mit der für Populärkultur bzw. “Hochkultur”, fallen nicht nur Unterschiede, sondern auch Gemeinsamkeiten auf. Hinsichtlich der Beliebtheit bzw. des Massenkonsums rangieren Popkultur und Sport, oder besser gesagt Sportdarbietungskonsum, ganz vorne, alles, was sich Hochkultur nennt, weit abschlagend.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 13.06.2010

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In Zeiten der Krise: Exquisit teure Kunst und Tempel samt Events

Date 2010-05-15

Bis vor kurzem sagte man stolz: “Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s allen gut.” Seit den Raubzügen und staatlichen Umverteilungshilfen zugunsten der Reichen und Superreichen hat der Slogan etwas von seinem Charme eingebüßt. Im Kulturbereich gilt scheinbar eine entgegengesetzte Logik: Geht’s allen schlecht, geht’s der Kunst besonders gut. Einer gewissen zumindest. Kunst ist nicht l’art pour l’art, sondern Mittel und Zweck für Kunstfremdes: für Tourismus (früher “Fremdenverkehr” genannt!), für Städtebau, für Politimage und Prestige, für Politik und Weltoffenheit. Neuerdings auch als Ausweis für Sozialengagement und Multikulturalismus.
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 16.05.2010

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