Instant-Klassiker

Date 2010-07-25

In der FAZ, der Zeitung, die von sich meint, sie sei die beste in Deutschland, schreibt eine Frau Felicitas von Lovenberg, (Jahrgqang 1974), die dort als Ressortleiterin “Literatur und Literarisches Leben” waltet, in einem Artikel über das lesenswerte Leben: “Zwar ist die Dichte an Instant-Klassikern in diesem Herbst nicht derart hoch, wie im vergangenen. Was die Neuentdeckungen betrifft, ist das Rennen aber noch offen.” Den modern Gebildeten, wie Frau von Lovenberg, erscheint da alles in Ordnung. Sie sind Angehörige der instant culture, der instant generation, des Kurzdenkens, des Klatsches und Tratsches, der vordergründigen event culture.

Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 25.07.2010

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Nietzsche - Wohin ist Gott

Date 2010-07-21

Haimo L. Handl rezitiert “Wohin ist Gott?” von Friedrich Nietzsche

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Literaturgeschwätzigkeit

Date 2010-07-18

In einem Interview in der WELT anlässlich des Bachmann-Preiswettlesens wurde der Poetikdozent Hanns-Josef Ortheil, Leiter des Instituts für Literarisches Schreiben der Universität Hildesheim, gefragt, ob die Bildungskrise auch bei den Literaturinstituten angekommen sei. Seine Antwort ist ein Musterbeispiel für die Verfahrenheit und Ungebildetheit auch derer, die als Bildungsvermittler auftreten oder als gebildet angesehen werden: “Aber ja. Ich schlage inzwischen vor, den jungen Leuten die Schulbildung im Fach Deutsch zu ersparen. Denn was dabei herauskommt, ist den Namen nicht wert. Kaum Lieblings-Texte, kaum brauchbares Schreiben. Das Fach Deutsch ist zu einer Gerätestube für oft haarsträubendes Dauer-Interpretieren von willkürlich herangezogenen Textbrocken geworden. Da gibt es kaum Raum für Kreativität oder die Meinungen und Anregungen von Schülerinnen und Schülern.”
Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 18.07.2010

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Auweia

Date 2010-07-11

Das “Festival für zeitgenössische Kunst” im Bezirk Liezen bemüht sich redlich um Tourismusförderung und Belebung der Heimat. Die “regionale 10” wartet dabei mit einem Gustostückerl auf: Der chinesische Künstler Ai Weiwei, hierzulande immer gerne als “regimekritisch” etikettiert und mit den obligaten Hinweisen versehen, wo er überall ausstellt und wie berühmt er sei, platziert einen Felsbrocken auf dem Dachstein.

Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 11.07.2010

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Traduction

Date 2010-07-04

Bei vielen, sogar Fachleuten, herrscht die Haltung vor, nicht alles könne übersetzt werden bzw. das Wesentliche überhaupt nicht. Es gebe höchstens Nachempfindungen, Annäherungen und Dergleichen. Andere wiederum, denen ich mich zugeselle, sprechen von der generellen Übersetzbarkeit jeder Sprache. Sprache ist ein Symbolsystem, das Zeichen nach bestimmten Regeln (Grammatik) so verbindet und setzt, dass der mögliche, vielfache Bedeutungsgehalt in den gewählten Relationen den intendierten Sinn erlangen und ein Sprachgemeinschaftsmitglied in Kenntnis eben dieser Regeln und Bedeutungsfelder diesen hört, liest, “erkennt”, versteht.

Kolumne “Wort zum Sonntag” von Haimo L. Handl, 4.7.2010

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