Kompromisslosigkeit
Samstag, 28. Juli 2012

wort_90Bei Künstlern wird meist gelobt, dass sie "keinen Millimeter von ihrer Linie abweichen", dass sie völlig kompromisslos ihre Vorstellung durchzusetzen suchen. Was woanders als Borniertheit, als negative Sturheit kritisiert werden kann, erscheint hier vorbildhaft als Tugend. Aber machen wir uns klar, Kompromisse so zu verteufeln, ihr Gegenteil als Tugend zu preisen, fordert einen hohen Preis. In die Welt der Politik oder Wirtschaft übertragen ist es gerade die Kompromisslosigkeit, die zu Terror und Krieg, zu Verderben und Niedergang führt. Wie eigentümlich, dass in der Kunst diese Haltung so gepriesen wird.

Kolumne "Wort zum Sonntag", Haimo L. Handl, 29.7.2012

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