22.10.2017 Lesung, danach Klavierkonzert
Sonntag, 1. Oktober 2017
thumb_ivan_blatnySo 22.10.2017, 16 h (!)

Ivan Blatný: Alte Wohnsitze.
Aus dem Tschechischen von Christa Rothmeier.(Wien 2005)

Lesung mit der Wiener Schriftstellerin Veronika Seyr

Pünktlicher Beginn, da um 17 Uhr das Klavierkonzert folgt: – Eintritt frei.

 

 

thumb_engl-klavierSo 22.10.2017, 17 h

Nastasja Ronck spielt Klassik & Jazz

Eintritt € 10,00

Nastasja Ronck ist eine junge österreichische Pianistin, die derzeit noch an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Klassik- und Jazzklavierpädagogik studiert und nebenher in verschiedensten Popbandprojekten als Pianistin und Sängerin tätig ist.

Am 22. Oktober wird sie ein gemischtes Programm aus dem Jazz-, Pop-, und Crossoverbereich präsentieren.

Fast vierzig Jahre galt der Dichter Ivan Blatný in der tschechischen Öffentlichkeit als verschollen. Nach der kommunistischen Machtübernahme (1948) kehrte er von einem Stipendienaufenthalt in England nicht mehr zurück und lebte dort, aus Angst vor Verfolgung, vereinsamt in einer Nervenheilanstalt. Nur der Aufmerksamkeit einer Krankenschwester ist es zu danken, dass nicht alle seiner in der Anstalt verfassten Gedichte im Mülleimer verschwanden, sondern zwei bedeutende Sammlungen – Stará bydlište (Alte Wohnsitze) und Pomocná škola Bixley (Hilfsschule Bixley) – im tschechischen Exilverlag Sixty-eight-Publishers in Toronto erscheinen konnten. Als sein Werk nach 1989 auch in der Tschechoslowakei neu entdeckt wurde, kam dies einer literarischen Sensation gleich.

In den Gedichten aus Alte Wohnsitze schlägt der in England gestrandete Blatný einen Bogen zwischen seinem Leben in der Nervenheila nstalt und dem der frühen Jahre, zwischen seinen neuen und alten Wohnsitzen, den englischen Stadtlandschaften und der Umgebung Brünns: ein subtiles Porträt des Dichters auf der Suche nach der gegenwärtigen Zeit zwischen Klinik und Gedächtnis. Die Nostalgie, Trauer und das Heimweh dessen, dem als letzter Zufluchtsort nur die Sprache blieb, spiegelt sich in den zerbrechlichen Bildern, zugleich aber belegen die Gedichte die Unversehrtheit, Kontinuität und vor allem Authentizität eines inneren Lebens, das in all seinen bedeutenden Momenten erhalten bleibt.

Ivan Blatný, geb. 1919 in Brünn, veröffentlichte zwischen 1940 und 1947 mehrere Gedichtbände, lebte von 1954 bis zu seinem Tod im Jahr 1990 in einer psychiatrischen Anstalt in Ipswich (England). 

 

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